Weihnachtsandacht 2013

Weder Furcht noch Unfrieden, stattdessen Mut, Friede und Fröhlichkeit zum Weihnachtsfest - all dies waren Themen, verbunden mit genau diesen Wünschen der Gemeindeleitung am Heiligen Abend an unsere Gemeinde.

Die wunderschöne, besinnliche und gut besuchte Andacht wurde durch unseren Hirten Toni Boubenicek geleitet.

Als Einstieg in das musikalische Programm sang die Gemeinde das Lied „Lobt Gott, ihr Christen all zugleich“. Hirte Boubenicek erläuterte daraufhin den Hintergrund der Entstehung dieses Liedes: Der Verfasser von Text und Melodie, ein Kantor, brachte in diesem Kirchenlied seine Geschichte über den verloren geglaubten und zur Weihnachtszeit wiedergewonnenen Sohn zum Ausdruck.

Begleitet von der Orgel sang der Gemeindechor einige bekannte Weihnachtslieder („Ihr Kinderlein kommet“, „Herbei, o ihr Gläubigen“, „Zu Bethlehem geboren“ und „Ehre, Ehre sei Gott in der Höhe“).

Dies war besonders schön und spannend zugleich, denn unser Hirte Wolfgang Schwandt dirigierte den Chor! Beim Zuhören musste ich unmittelbar an die letzte Ausgabe unseres Gemeindejournals und das Interview darin denken, indem seine Verbundenheit zur Musik bereits zum Ausdruck kam.

Wolfgang Schwandt las ferner einen Brief vor, der mich sehr berührt hat. Es ist ein Schreiben eines sehr bekannten Großvaters an seine Enkelin mit folgendem Wortlaut:

„Liebe Josefine,

es ist ein großes Geheimnis, dass, wenn wir selber verzagt sind, oft Menschen da sind, die einen stabileren Grund unter den Füßen haben oder einen Kern in sich, dem sie trauen. Die Menschen, denen ich nachlebe, hatten ihn aus ihrem Glauben. Sie vertrauten darauf, dass dieses Bibelwort stimmt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“ Der Prophet Jesaja hat diese Worte seinen Zeitgenossen als Worte Gottes gesagt.

Zu hören, zu glauben, sich darauf zu verlassen, dass wir ganz zuletzt, vielleicht ganz am Ende (oder auch ganz plötzlich) nicht mehr unserer Angst gehören, sondern Gott, dass eine stärkere Liebe existiert als die, die wir Menschen zustande bringen. Das, Josefine, lässt manche Menschen Hoffnung finden, wenn andere aufgeben. Es lässt sie Schritte machen, wenn andere schon liegen geblieben sind. Wir können Angst nicht aus der Welt vertreiben. Aber Gott und Menschen sei Dank - sie bleibt nicht unsere Herrin. Das wollte ich Dir heute sagen, liebe Josefine. Und wahrscheinlich sage ich es mir selber noch einmal. Weit wird das Land, wenn Menschen das glauben, und ruhig unser ängstliches Herz. Das meint, darauf hofft und das glaubt,

Dein Großvater“

Quelle: Joachim Gauck, aus: Klaus Möllering (Herausgeber): Worauf du dich verlassen kannst. Prominente schreiben ihren Enkeln. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2011, 11. Auflage

Danach folgte eine Weihnachtsgeschichte, vorgetragen von Stephanie Christophersen. Diese hieß „Der Engel, der nicht singen wollte“ und handelte von einem kleinen Engel, der unzufrieden über den Unfrieden unter den Menschen war und zur Weihnachtszeit nicht mehr mit den anderen Engeln mitsingen wollte. Deshalb wurde er auf die Erde gesandt, um diesem Unfrieden entgegenzuwirken.

Rundum eine nachdenkliche und wunderbare Weihnachtsandacht, die ganz viel (Vor-)Freude bereitet hat!

K. V.