Stufenleitern zur Herrlichkeit

An diesem Sonntagnachmittag leitete Apostel Achim Burchard den Gottesdienst in unserer Gemeinde. Anlass war die Heilige Versiegelung von Leni Carlotta Hesse und Henri Clemens Mutschler, wobei Henri Clemens zunächst die Heilige Wassertaufe empfangen sollte.

Zum Eingang sang die Gemeinde „Wie groß ist des Allmächt’gen Güte“. Als Bibelwort verwendete der Apostel 2. Petrus 1, 5-7:

„So wendet alle Mühe daran und erweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen.“

Er zitierte eine andere Bibelübersetzung, in der von „Stufenleitern zur Herrlichkeit“ die Rede ist und merkte dazu an: Geht man eine Treppe hinauf, bei der Stufen fehlen, so kann es allerlei Mühe machen, vorwärts zu kommen. Ein zweites Beispiel: Betrachtet man die Entwicklung eines Kindes, so ist kein noch so hoch begabtes Kind in der Lage, ohne das Absolvieren der Grundschulzeit direkt eine weiterführende Schule zu besuchen. Da würde doch etwas fehlen. So lässt sich auch das Bibelwort verstehen: Das Eine geht nicht ohne das Andere, alles baut aufeinander auf.

Erkenntnis: Sie hat etwas mit der Wirksamkeit des Heiligen Geistes zu tun. Dieser ermöglicht uns einen besseren Durchblick, damit wir das, was von verschiedensten Seiten angeboten wird, richtig sehen und klare Entscheidungen treffen können.

Mäßigkeit: Nimmt man sich zu viel vor, ist die Gefahr groß, sich zu verzetteln, man kann schnell den Überblick verlieren.

Geduld: Wenn man sich entschieden hat, also genau weiß, was man braucht und worauf man verzichten kann – selbst wenn andere dies in reichem Maße haben – dann kann man mit dem, was im Leben schwer ist, leichter umgehen. Dann hat man Tragkraft.

Frömmigkeit: Dabei geht es nicht um Frömmelei, Heuchelei oder Bigotterie. Wir wollen uns unseren Nächsten, den Brüdern und Schwestern und dem himmlischen Vater in absoluter Aufrichtigkeit zuwenden.

Die geschwisterliche Liebe bezieht sich auf das Miteinander in der Gemeinde: Auf unser Verhalten, das Maß unserer Freundlichkeit, unsere Ehrlichkeit und Herzlichkeit, unseren Umgangston untereinander und unsere Gedanken über den Nächsten.

„Gottes Güte sollte die Überschrift unseres Lebens sein“, sagte Bischof Winfried Sommer im Mitdienen. Was bewirkt die Güte Gottes an mir? Er sprach von dem „Gütesiegel eines Christen“. Dieses mache eben genau die Eigenschaften aus, von denen der Apostel gesprochen habe.

Dann erfolgten die sakramentalen Handlungen an den beiden kleinen Seelen.

Es war wirklich ein inhaltsreicher Gottesdienst.

J. M.