Einer trage des andern Last

Anlässlich der symbolischen Scheckübergabe der Spendengelder aus den Basarerlösen hielt unser Vorsteher nach dem Gottesdienst an diesem Sonntag einen Vortrag über die beiden Vereine, denen die Gelder zugutekommen sollen. Um unseren Leserinnen und Lesern die Chance zu geben, diese Rede noch einmal nachvollziehen zu können, wollen wir sie hier in voller Länge wiedergeben:

Verehrte Gäste, liebe Kinder und liebe Geschwister,

das Leitwort für das Jahr 2014 in unserer Kirche lautet: „Mit Liebe ans Werk!“ Ergänzend dazu lege ich das Bibelwort aus Galater 6, Vers 2 zugrunde:

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Neuapostolischen Kirche kam aus der Gemeinde die Anregung, wieder mal einen Basar in unserer Gemeinde zu veranstalten, verschiedenste Utensilien herzustellen und zu verkaufen, um damit Spendengelder zu erzielen. Aber zu welchem Zweck?

Schnell war das Ziel klar: Wir wollen bedürftigen Kindern und ihren Familien helfen!

Als Vorsteher dieser Gemeinde hatte ich bereits Anfang des Jahres 2013 die Vorschläge des Organisations-Komitees akzeptiert: Wir fördern mit den Erlösen aus dem Basar den ambulanten Kinderhospizdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes e. V. in der Region Hannover und den Verein „Kinderfreizeit 4ever“. Und zwar jeweils mit der Hälfte der Erlöse.

Kommen wir zunächst zur „Kinderfreizeit 4ever“.

Seit 10 Jahren organisiert unsere Schwester Ute Kühn aus der Gemeinde Großburgwedel Kinderfreizeiten der Neuapostolischen Kirche, die bei den Kindern sehr beliebt sind. Mindestens einmal pro Jahr werden Veranstaltungen für Kinder selbst organisiert und/oder man beteiligt sich an Kinderprojekten anderer gemeinnütziger Organisationen.

Der Zweck des Vereins ist also die Bereitstellung von finanziellen und sachlichen Mitteln, damit nicht nur Kindern reicher Eltern, sondern allen neuapostolischen Kindern im Raum Hannover die Teilnahme an diesen Kinderfreizeiten ermöglicht werden kann. Ferner werden vom Verein die Kosten derartiger Projekte abgedeckt.

Nun möchte ich Einblick geben in das Arbeitsumfeld des ambulanten Kinderhospizdienstes des ASB.

In Deutschland leben etwa 22.000 Kinder mit Krankheiten, die ihre Lebenserwartung deutlich verkürzen. Die Grunderkrankungen sind sehr unterschiedlich und oft selten.

Sie sind unheilbar und langwierig. Im Verlauf einer solchen Krankheit verschlechtert sich der Zustand der Kinder über Jahre hinweg kontinuierlich. Die Kinder werden zunehmend pflegebedürftig und sind oft schwerst- oder mehrfach behindert.

Die Auseinandersetzung damit, dass das eigene Kind früh sterben wird, stellt betroffene Familien vor unvorstellbare psychische Belastungen. Hinzu kommt häufig die Notwendigkeit einer „Rund-um-die Uhr-Betreuung“ des kranken Kindes. Diese seelischen und körperlichen Kraftakte bringen die Familien schnell an die Grenze der Belastbarkeit.

Lebensqualität für ein solches Kind bedeutet jedoch die Erhaltung der vertrauten Umgebung in der Familie. Damit Familien dies leisten können, brauchen sie Entlastung und Begleitung. Beides kann aus dem privaten Umfeld häufig nicht erfüllt werden, denn nicht selten fühlen sich Angehörige und Freunde der schwierigen Situation nicht gewachsen und ziehen sich zurück.

Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst in der Region Hannover will ehrenamtliche Mitarbeiter auf die Begleitung lebensverkürzend erkrankter Kinder und ihrer Familien vorbereiten. In speziellen Schulungen lernen sie, mit dieser Belastung umzugehen, damit sie Betroffenen zur Seite stehen können.

Konkret kann das heißen: Für das kranke Kind da sein, mit den Geschwistern spielen, Hausaufgaben betreuen, ein offenes Ohr für die Anliegen der Eltern haben, Eltern Raum für eine Auszeit geben, Informationen beschaffen und vieles mehr.

Ziel dieses Angebots ist also die kontinuierliche Begleitung der ganzen Familie! Unter diesem Gesichtspunkt will man den betroffenen Familien Beistand leisten, vom Zeitpunkt der Diagnose an bis zum Sterben des Kindes und über dessen Tod hinaus.

Kommen wir zurück zum Basar.

Mein ganz herzlicher Dank gilt nun den Organisatoren des Basars, ferner allen, die mit viel Aufwand und Geduld Holzartikel, Strick- und Häkelwaren, Schmuck, Advents- und Weihnachtsdekorationen hergestellt haben.

Mein Dank geht an die Geschwister und Jugendlichen, die uns den ganzen Tag über mit Schnittchen, Kuchen und Getränken aller Art versorgt haben.

Ein ganz besonderer Dank gilt den Kindern, die kleine Engelchen und Schlüsselanhänger gebastelt hatten und die unermüdlich diese leckeren Waffeln für uns gebacken haben.

Nicht zuletzt möchte ich allen danken, die gespendet haben, indem sie all diese herrlichen Sachen gekauft haben.

Aber was hat der Basar nun an Spendengeldern eingebracht?

Zusammengekommen ist die stattliche Summe in Höhe von 4.440 Euro!

Ich darf Sie, verehrte Frau Ute Wiltshire und dich, Ute Kühn, nun bitten, nach vorne zu kommen, um von mir im Namen unserer Gemeinde die Schecks in Höhe von jeweils 2.220 Euro in Empfang zu nehmen.

T. B. / S. Sch.