Festgottesdienst zum Gemeindejubiläum

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten die meisten der zum 100-jährigen Jubiläum der Gemeinde Hannover-Herrenhausen geplanten Veranstaltungen abgesagt werden. Doch der am 23. August 2020 vorgesehene Festgottesdienst mit Apostel Helge Mutschler und ein anschließendes Beisammensein konnten stattfinden.

Eigentlich wollte die Gemeinde das Jubiläumsjahr mit verschiedenen Aktivitäten begehen. So waren Konzerte, eine ökumenische Andacht, Veranstaltungen für Kinder und ein Basar geplant – mit vielen Gästen. Doch wegen der behördlicherseits angeordneten Beschränkungen war die Durchführung nicht möglich. Lediglich der Auftaktgottesdienst zum Jubiläumsjahr am 8. März – siehe Bericht – konnte stattfinden, ebenso der für diesen August-Sonntag vorgesehene Jubiläumsgottesdienst.

Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Römer 12, 12 zugrunde: Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Apostel Mutschler, der selbst ein Vierteljahrhundert zur Gemeinde Hannover-Herrenhausen gehört hat, beglückwünschte die Gemeinde zu ihrem Jubiläum und widmete ihr zu diesem Festtag den 100. Psalm: Jauchzet dem Herrn, alle Welt! Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Erkennet, dass der Herr Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! Denn der Herr ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.

Im Anschluss trug Priester i. R. Peter Bremer einen Abriss aus der Gemeindechronik vor – ein Rückblick mit großer Dankbarkeit für Gottes Segen und für viel erlebte Freude.

Doch der Apostel stellte klar: Die Gemeinde sei trotz der 100 Jahre ihres Bestehens keine „alte Dame“, die nur wehmütig in die Vergangenheit schaue. Vielmehr gelte es – entsprechend dem Bibelwort – fröhlich hoffend in die Zukunft zu sehen: Der Herr kommt! Das bedeute auch, in schwierigen Zeiten geduldig auf Gott zu vertrauen, zusammenzustehen und sich gegenseitig zu helfen. Als Christen sollten wir uns mutig in die Gesellschaft einbringen und die karitativen Bedürfnisse in der Gemeinde nicht vergessen. Beharrlich sein im Gebet heiße auch, gemeinsam um Weiterentwicklung, um Gaben und Kräfte in der Gemeinde zu bitten. Die im Bibelwort genannten Rezepte funktionierten am besten gemeinsam!

Nach der Freisprache, der Heiligen Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung eines Kleinkindes sowie der Feier des Heiligen Abendmahls für die Gemeinde und die Entschlafenen empfing ein Diakon das Priesteramt für die Gemeinde.

Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Teilnehmer zu einem Beisammensein auf dem Kirchengrundstück eingeladen. Ein großes Fest mit vielen Jubiläumsgästen wie ehemalige Gemeindemitglieder, Nachbarn oder Angehörige anderer Kirchengemeinden war nicht möglich; lange Zeit stand nicht einmal fest, ob und unter welchen Bedingungen man überhaupt zusammenkommen konnte. Die geltenden Richtlinien ließen dann ein Beisammensein „mit Abstand“ zu, ein Caterer lieferte Verpflegung, und trotz aller Beschränkungen wurde es ein schönes Fest. Zwar konnten aufgrund der aktuellen Umstände viele Gemeindemitglieder und die „Ehemaligen“ nicht teilnehmen, aber dank der technischen Möglichkeiten konnten sie den Gottesdienst per YouTube oder Telefon verfolgen und waren so mit der Gemeinde verbunden.