100-jähriges Gemeindejubiläum - anders als geplant

Ein Jubiläum ist Anlass, Rückschau zu halten und zu feiern! Für das Jahr 2020 hatte die Gemeinde Hannover-Herrenhausen deshalb viele Aktivitäten vorgesehen: Es sollte ein Jubiläumsjahr werden mit Veranstaltungen, zu denen nicht nur Gemeindemitglieder, sondern alle Einwohner des Stadtbezirks und ehemalige Gemeindemitglieder eingeladen werden sollten sowie alle, die uns kennenlernen möchten. Doch es kam anders.

Was möglich war - und was nicht

Den Auftakt zu der geplanten Veranstaltungsreihe zum Gemeindejubiläum machte der Auftakt-Gottesdienst am 8. März 2020, zu dem Gäste aus den umliegenden Gemeinden anderer Konfessionen und Religionen sowie aus der Kommunalverwaltung eingeladen waren.

Höhepunkt der Feierlichkeiten war der Festgottesdienst am 23. August 2020 mit Apostel Helge Mutschler und dem anschließenden Gemeindefest, das aufgrund der durch die Corona-Pandemie auferlegten Regelungen zu einem "Mini-Fest" zusammenschrumpfte. 

Zu einem Basar und Kunsthandwerkermarkt am 10. Oktober 2020 kamen etliche Besucherinnen und Besucher, wenn auch die Zahl aufgrund der behördlich angeordneten Beschränkungen kleiner war als geplant. 

Nicht stattfinden aufgrund der Pandemie konnten beispielsweise Konzerte mit dem Gospelprojekt und dem Jugendchor Hannover. Ebenso entfielen ein in Hannover-Herrenhausen vorgesehener Kindertag mit dem Apostel für die beiden hannoverschen Bezirke und die Kinderkirche für die ganz Kleinen sowie eine Ökumenische Open-Air-Andacht und ein Laternenumzug von der benachbarten katholischen Kirche zu unserem Kirchengrundstück. Auch der Basar Rund ums Kind und eine Typisierungsaktion für potenzielle Knochenmarkspender musste abgesagt werden. 

Die neuapostolische Kirchengemeinde Hannover-Herrenhausen

Nachdem gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Hannover die ersten neuapostolischen Gemeinden gegründet worden waren, wohnten bald auch im Bereich der heutigen Gemeinde Hannover-Herrenhausen neuapostolische Christen. Die Gottesdienste besuchten sie zunächst in der Innenstadt, bis der damalige Apostel Otto Steinweg den Zeichensaal der Bürgerschule Herrenhausen in der Wendlandstraße mietete. Hier fand am 20. August 1920 der erste Gottesdienst für rund 100 Seelen aus diesem Gebiet statt. Dieser Tag gilt als der Gründungstag der neuapostolischen Gemeinde Hannover-Herrenhausen.

Bald erhielt die Gemeinde mit Wilhelm Aßhoff einen Vorsteher, der zu diesem Zeitpunkt das Priesteramt trug und später in das Hirtenamt ordiniert wurde. Unter seiner Pflege wuchs die Gemeinde nach innen und außen, sodass ein größerer Versammlungsraum benötigt wurde. Im Jahre 1931 konnte in der Stöckener Straße ein Werkstattraum gepachtet werden, der über 35 Jahre als Segensstätte diente. 

Aufgrund der Umstände des Zweiten Weltkriegs war dies für einige Jahre die einzige neuapostolische Versammlungsstätte im Stadtgebiet. Das führte dazu, dass hier häufiger Festgottesdienste stattfanden. Den Höhepunkt bildete der Besuch des damaligen Stammapostels Johann Gottfried Bischoff im Jahre 1947. 

Im Laufe der Zeit wurde auch dieses gemietete Versammlungslokal zu klein. Deshalb entschloss man sich zu einem Kirchenneubau. Im Jahre 1966 wurde die Kirche durch den damaligen Bezirksapostel Hermann Knigge eingeweiht. Auch hier fanden im Laufe der Zeit besondere Gottesdienste statt; Stammapostel Walter Schmidt besuchte im Jahre 1973 die Gemeinde und Stammapostel Richard Fehr feierte im Jahre 1997 hier einen Gottesdienst.

Heute gehören zur Gemeinde Hannover-Herrenhausen rund 500 Mitglieder, die von zehn priesterlichen Amtsträgern und 15 Diakonen betreut werden. Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich freudig in das Gemeindeleben ein.

Ausblick

Für das Jubiläum hatte die Gemeinde ein Logo gewählt: Die Blume hinter dem Kreuz symbolisiert "das blühende Leben im Evangelium Jesu Christi". Das Jubiläumsjahr ist zu Ende gegangen, doch jeder ist eingeladen, eine blühende, lebendige Gemeinde zu erleben. Zwar ist dies zurzeit im Wesentlichen nur während der sonntäglichen Präsenzgottesdienste möglich, die den einschränkenden Regelungen aufgrund der Pandemie unterliegen; diese Gottesdienste werden jedoch auch per YouTube und Telefon übertragen. Die "Wort-Gottesdienste" am Mittwochabend werden ausschließlich online und per Telefon übertragen. Aber es wird eine Zeit "nach Corona" geben!